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16. Mai 2018

In der aktuellen Allokation sind intelligente Materialsteuerungsprozesse und Werkzeuge unerlässlich

Bauteilengpässe in der Elektronikfertigung können zweierlei Gründe haben. Zum einen kann die eigene Planung ungenügend sein, zum anderen kann die Bauteilknappheit auf dem Weltmarkt zu Fertigungsengpässen führen. Gerade auf diese Bauteilengpässe haben Elektronikfertiger keinen Einfluss, können die Wirkung aber abmildern.   In einem am 16. Juni 2017 erschienen Artikel in der mbi-infosource sagte Markus Renner, […]

Bauteilengpässe in der Elektronikfertigung können zweierlei Gründe haben. Zum einen kann die eigene Planung ungenügend sein, zum anderen kann die Bauteilknappheit auf dem Weltmarkt zu Fertigungsengpässen führen. Gerade auf diese Bauteilengpässe haben Elektronikfertiger keinen Einfluss, können die Wirkung aber abmildern.

 

In einem am 16. Juni 2017 erschienen Artikel in der mbi-infosource sagte Markus Renner, geschäftsführender Gesellschafter der Perzeptron GmbH, dass die Lage an den Weltmärkten noch nicht bedenklich sei, dass aber mit einer Bauteilverknappung gerechnet werden muss. „Mittlerweile stecken wir mitten drin“, so Renner. Viele Elektronikfertiger haben volle Auftragsbücher und könnten im Mehrschichtbetrieb fertigen, sofern die elektronischen Vorprodukte verfügbar wären. „Der Bauteilbedarf steigt seit Monaten kontinuierlich an. Auf der anderen Seite nutzen die Bauteilhersteller und Distributoren die Verknappung zur Margenverbesserung “, führt Renner weiter aus. Lieferzeiten von Standard-Kondensatoren von zum Teil mehr als 50 Wochen sind keine Seltenheit mehr.

 

„Auf dem Weltmarkt haben besonders kleine und mittelständische Unternehmen keinen Einfluss. D.h., dass im Falle des Bauteilengpasses, dieser mit teuren Nachkäufen oder mit verspäteten Lieferzeiten beim Kunden ausgebügelt werden muss. Hinzu kommt, dass die Preise mit jeder Nachfrage in die Höhe getrieben werden und der, der am meisten bezahlt, schlussendlich auch beliefert wird“, erklärt Renner. Doch welche Möglichkeit haben besonders diese Unternehmen, sich gegen diese Weltmarktbedingungen zu schützen? Renner und sein Team von Perzeptron haben hierfür einen speziellen Ansatz: „Einen absoluten Schutz gibt es leider nicht. Verfügen die Mitarbeiter in der Supply Chain aber über intelligente Informationsmanagementsysteme im ERP-System oder können ein solches System als zusätzliches Werkzeug nutzen, so können sie zumindest schnell erkennen, welche Produktionsaufträge sich kritisch entwickeln“, so Renner.

 

Perzeptron ist als Berater und Dienstleister für die deutsche EMS-Branche tätig. Dabei konzentriert sich Perzeptron auf die Optimierung der Vertriebs-, Beschaffungs- und Produktionsprozesse. Neben der direkten Betreuung und Unterstützung von Elektronikherstellern, hat das hessische Unternehmen auch die Software MiG – Materialwirtschaft im Gleichgewicht – entwickelt. Dabei handelt es sich um ein spezielles BI-Tool zur Unterstützung der Produktionsplanung und Steuerung der Materialwirtschaft in der Elektronikfertigung. MiG verkürzt die Laufzeit von Aufträgen und sichert die Lieferfähigkeit durch frühzeitige Identifikation von Engpässen. Dabei sorgt die Software für ein ausgeglichenes Material- und Auftragsmanagement, bei dem Lieferfähigkeit und Kapitalbindung kontinuierlich ausbalanciert werden.

 

„Wir betreuen eine ganze Reihe von mittelständischen Unternehmen, die besonders unter der Bauteilsituation am Weltmarkt gelitten haben“, so Renner. Diese Unternehmen werden in zwei Schritten unterstützt. Im ersten Schritt wird die Situation im Unternehmen durchleuchtet und analysiert. Dabei erkennen Renner und seine Mitarbeiter häufig, warum die Marktsituation falsch oder gar nicht eingeschätzt wird. „In vielen Fällen haben wir es hier mit strukturellen Problemen in den Einkaufsabteilungen und der internen Informationspolitik zu tun. Oftmals werden dabei basierend auf einer mangelhaften oder einer nicht vorhandenen Kennzahlenbasis Entscheidungen getroffen. Hinzu kommt der Faktor Zeit, denn in den meisten Fällen werden mögliche Engpässe im eigenen Unternehmen erst viel zu spät erkannt“, berichtet Renner. Anhand dieser Analyse werden neue Kennzahlenstrukturen individuell für die Unternehmen entwickelt.

 

Dabei spielt MiG eine wichtige Rolle. Im zweiten Schritt wurde bei den Unternehmen die Software eingeführt. Die integrierte Fertigungsübersicht bietet dem Unternehmen sehr schnell einen optimalen, graphischen Überblick über die Materialversorgung aller Fertigungsaufträge. Engpässe können schnell erkannt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Dadurch erhöhen sich die Planungssicherheit und der Wirkungsgrad der Fertigung. Ziel dieses vorausschauenden Fertigungsmanagements ist es, mögliche Engpässe von Fertigungsaufträgen frühzeitig zu entdecken und Fehlteile effizient zu beseitigen. Die Engpassbetrachtung erlaubt ebenfalls einen schnellen, graphischen Überblick über alle problematischen Bauteile der gesamten Stücklistenstruktur.

 

„Wenn wir uns bei der Analyse unserer Kennzahlen-Cockpits nicht auf die nächsten zwei Wochen konzentrieren, sondern einen größeren Zeitraum betrachten, erkennen wir, welche Bauteile sich problematisch entwickeln könnten. Fehlende oder zu späte Liefertermine sind ein klareres Indiz und werden graphisch in der Software erkennbar gemacht. Basierend auf dieser Kennzahlenanalyse und der zu beobachtenden Bauteilentwicklung am Markt, kann ein geschulter Einkäufer nun frühzeitig reagieren und die Lieferung von Bauteilzugängen besser koordinieren und steuern“, beschreibt Renner das Vorgehen. Zwar sind auch jetzt Nachkäufe von Bauteilen notwendig, um die eigene Produktion liefertermingerecht zu versorgen. Allerdings hat der Einkauf mehr Zeit, das kostengeringste Bauteilangebot mit einer rechtzeitigen Lieferung zu ermitteln. Ebenso können Produktionsabläufe angepasst werden. So können Baugruppen innerhalb der Produktion vorgezogen werden, wenn alle Bauteile vorhanden sind. Ein Fertigungsstau, basierend auf fehlenden Bauteilen, kann so ebenso verhindert werden.

 

Perzeptron präsentiert sich auf der SMT 2018 in Halle 4, Stand 131.

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08. Mai 2018

Dank MiG haben wir unsere Transparenz in der Materialwirtschaft deutlich erhöht

Seit mehr als 30 Jahren beliefert die Helmut Beyers GmbH Unternehmen aus der Telekommunikations-, Automobil-, Gebäudetechnik- und Medizinbranche mit elektronischen Baugruppen und Komplettsystemen. Eine konsequente Entwicklung hin zur digitalen Intelligenz in der Elektronikfertigung ist seit Jahren wichtiger Bestandteil der unternehmerischen Ausrichtung. Diese Ausrichtung machte auch vor der internen Materialwirtschaft nicht halt. „Seit mehr als 4 […]

Seit mehr als 30 Jahren beliefert die Helmut Beyers GmbH Unternehmen aus der Telekommunikations-, Automobil-, Gebäudetechnik- und Medizinbranche mit elektronischen Baugruppen und Komplettsystemen. Eine konsequente Entwicklung hin zur digitalen Intelligenz in der Elektronikfertigung ist seit Jahren wichtiger Bestandteil der unternehmerischen Ausrichtung. Diese Ausrichtung machte auch vor der internen Materialwirtschaft nicht halt.

„Seit mehr als 4 Jahren beschäftigt sich unser Unternehmen mit dem Thema Digitalisierung in der Elektronikfertigung“, erklärt Timo Dreyer, Leiter operatives Geschäft. Zahlreiche Auszeichnungen und Belege verdeutlichen dieses Engagement. So führt beispielsweise der DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag) im Rahmen der Kampagne „WeDoDigital“ die Entwicklung Beyers als Erfolgsgeschichte für kleine und mittelständische Unternehmen auf. Als erstes Unternehmen aus der Fertigungsbranche und erster Mittelständler am mittleren Niederrhein ist der EMS-Dienstleister als Best-Practice-Beispiel 2017 auf die Website aufgenommen worden.

Mehr als 76 Mio. Bauteile kauft Beyers pro Jahr ein. „Das ist eine beträchtliche Zahl und somit waren wir schon früh auf der Suche nach Digitalisierungslösungen für die Materialwirtschaft“, erklärt Wolfgang Beyers, geschäftsführender Gesellschafter der Helmut Beyers GmbH. Die Gründe dafür waren vielfältig. Neben intransparenten Materialbeständen je Kundenauftrag war das frühzeitige Erkennen von Bauteilengpässen eine Herausforderung. Nur mit einem hohen Aufwand manueller Überprüfungen war Problemstellungen beizukommen.

Aus diesem Grund nahm das Unternehmen 2014 mit der Perzeptron GmbH Kontakt auf. Vor allem der Einkauf war hier die treibende Kraft, da dieser oftmals unter Druck Bauteile nachbestellen oder Liefertermine neu verhandeln musste. In einem ersten Workshop wurde zusammen mit Perzeptron der Ist-Stand der Materialwirtschaft erarbeitet. Dabei kam heraus, dass die fehlende Transparenz dazu führte, dass die Weiterentwicklung von internen Prozessen und der Einsatz von bestehenden Werkzeugen nur eingeschränkt umgesetzt werden konnte. Kennzahlen konnten nur mit größerem Aufwand ermittelt werden. Dies lies eine Weiterentwicklung und eine schnelle Reaktion auf mögliche Engpässe nicht zu.

Zusammen mit den Experten von Perzeptron wurden im Anschluss Ziele formuliert, die die bestehenden Herausforderungen lösen sollten. So sollten Kennzahlen, die Materialtendenzen aufzeigen, in Zukunft leichter ermittelt werden und auch deren Nachvollziehbarkeit stand hierbei im Zielmittelpunkt. „Daraus ableitend haben wir verschiedene Kontrollwerte definiert“, so Markus Renner, geschäftsführender Gesellschafter der Perzeptron GmbH. Hierbei wurden der Lageranteil, der die mittlere Kapitalbindung zur Jahresleistung in Vergleich setzt, sowie das Lageralter zur Minimierung der Kapitalbindung, die Umschlagshäufigkeit der Bauteile und die Reichweite als Kennzahlen bestimmt.

„Im zweiten Schritt müssen diese Kennzahlen nun graphisch so aufbereitet werden, dass wir dem Ziel der leichten Kennzahlenermittlung und Nachvollziehbarkeit so nahe wie möglich kommen“, führt Renner weiter aus. Dies passiert u.a. in der Software MiG – Materialwirtschaft im Gleichgewicht und in zusätzlichen Cockpits, die gemeinsam entwickelt wurden. Bei MiG handelt es sich um ein Spezial-BI-Tool zur Unterstützung der Produktionsplanung und Steuerung der Materialwirtschaft in der Elektronikfertigung.  MiG verkürzt die Laufzeit von Aufträgen und sichert die Lieferfähigkeit durch frühzeitige Identifikation von Engpässen. Dabei sorgt die Software für ein ausgeglichenes Material- und Auftragsmanagement, bei dem Lieferfähigkeit und Kapitalbindung kontinuierlich ausbalanciert werden.

Mittels einer Reihe von Materialwirtschafts-Cockpits werden nun die unterschiedlichen Kennzahlen dargestellt. „Auf Grund des hohen graphischen Anteils in den Cockpits können unsere Mitarbeiter auf einen Blick erkennen, wo wir gerade mit einzelne Aufträgen und stehen“, erklären Dreyer und Reiner Hambach, Einkaufsleiter der Beyers GmbH übereinstimmend. Des Weiteren können wir Bauteilbestellungen, die zu früh kommen oder auf Grund einer Auftragsverschiebung erst später benötigt werden, frühzeitig bearbeiten. Damit geht auch eine Reduzierung des Kapitalbedarfs einher. „Durch die Zusammenarbeit mit Perzeptron und die Einführung von MiG hat sich die Transparenz unserer Materialwirtschaft deutlich erhöht. Wir können heute viel zielgerichteter agieren, reagieren und optimieren, was ein Ziel jeder Digitalisierung sein sollte. Schlussendlich hilft uns dieser Schritt dabei, unsere Kunden noch besser zu bedienen, was in einer höheren Kundenzufriedenheit und Bindung mündet“, so Beyers.

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22. November 2017

Productronica 2017 – Interview mit Andreas Koch

Engpassbetrachtung von Bauteilen Perzeptron-CEO Andreas Koch berichtet von den neuen Funktionen der Software MiG. Dazu zählt zum Beispiel die Engpassbetrachtung von Bauteilen. Er erklärt auch, welche Auswirkungen es hat, wenn eine solche Funktion fehlt. Hier geht es zum Video.

Engpassbetrachtung von Bauteilen
Perzeptron-CEO Andreas Koch berichtet von den neuen Funktionen der Software MiG. Dazu zählt zum Beispiel die Engpassbetrachtung von Bauteilen. Er erklärt auch, welche Auswirkungen es hat, wenn eine solche Funktion fehlt.

Hier geht es zum Video.

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